Wohnen in NRW

Mieten und Eigentum

So viel Förderung wie noch nie: Die Landesregierung investiert jährlich 1,1 Milliarden Euro in den öffentlich geförderten Wohnungsbau. Bis 2022 stehen 5,5 Milliarden Euro bereit.

Mehr Wohnraum schaffen, der für alle Menschen erschwinglich ist – das ist das Ziel der öffentlichen Wohnraumförderung. Die Landesregierung legt hierfür jährlich ein Wohnraumförderungsprogramm auf, aus dem günstige Darlehen mit Tilgungsnachlass vergeben werden. Für das Jahr 2022 hat die Landesregierung  die Mittel für die öffentliche Wohnraumförderung nochmals um 200 Millionen Euro erhöht und stellt nunmehr 1,3 Milliarden Euro  zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von bezahlbaren neuen Mietwohnungen, aber auch der Bau und der Erwerb von selbst genutztem Eigentum sowie Modernisierungsmaßnahmen werden gefördert.  Wohnungsgesellschaften, Genossenschaften und private Investoren erhalten eine Förderung, wenn sie Wohnungen dauerhaft zu bezahlbaren Konditionen zur Verfügung stellen. Darüber hinaus können Einrichtungen mit umfassendem Leistungsangebot für Menschen mit Behinderungen und Heime für Auszubildende und Studierende gefördert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung von bestehenden Wohnungen und Eigenheimen, vor allem im Hinblick auf den Klimaschutz die energetische Erneuerung, aber auch der Abbau von Barrieren sowie die Aufbereitung von Brachflächen sind in diesem Zusammenhang förderfähig.

Damit begonnene Baustellen fertiggestellt und Menschen in Wohnungen einziehen können, macht die Landesregierung Nordrhein-Westfalen bei öffentlich geförderten Wohnungen aus dem Jahr 2021 die Nachbewilligung möglich. Investoren im öffentlichen Wohnungsbau können ein Ergänzungsdarlehen beantragen: Bis zu 20 % können auf das ursprüngliche Gesamtdarlehen aus 2021 aufgestockt werden; der Tilgungsnachlass erhöht sich entsprechend.

Auch wenn die Rahmenbedingungen herausfordernd sind, setzt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen alles daran, die Investitionen in den preisgebundenen Wohnungsbau zu unterstützen. Von Mietwohnungsneubau und Modernisierungen bis zur Bildung von Wohneigentum: Ziel der Landesregierung ist ein Mehr an bezahlbarem, modernem Wohnraum für die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Nur ein Mehr an Wohnungsbau trägt zu stabilen Mieten, Preisen und Preisentwicklungen bei.

Das Ergänzungsdarlehen kann auf Antrag für alle Neubau- und Modernisierungsvorhaben, für die eine Förderzusage im Jahr 2021 erteilt wurde und die noch nicht bezugsfertig oder fertiggestellt sind, in Form einer Nachbewilligung gewährt werden. Bei geförderten Modernisierungsmaßnahmen wird der Höchstbetrag der Darlehen auf das Niveau des Förderjahres 2022 angehoben. Er beträgt somit für Förderzusagen aus dem Jahr 2021 maximal 150.000 Euro pro Wohneinheit.

Gewährung eines Ergänzungsdarlehens für Bauvorhaben mit einer Förderzusage aus dem Jahr 2021

Der Anspruch auf eine Landesförderung oder einen Wohnberechtigungsschein basiert auf dem Gesetz zur Förderung und Nutzung von Wohnraum für das Land Nordrhein-Westfalen (WFNG NRW, § 13). Die nachfolgende Tabelle zeigt die aktuellen gesetzlichen Einkommensgrenzen und das zur Einhaltung dieser Grenzen maximal mögliche Brutto-Jahreseinkommen eines Haushaltes als Beispiel.

Personen Grenze 100 % Euro Mögliches Einkommen im Jahr (brutto) in Euro
Alleinstehend 20.420 32.906
2 Personen 24.600 45.688
Alleinerziehend (1 Kind) 25.340 46.844
3 Personen (1 Kind) 31.000 49.438
4 Personen (2 Kinder) 37.400 59.438
5 Personen (3 Kinder) 43.800

69.438

Bei der Ermittlung wurde unterstellt, dass nur eine Person im Haushalt Einkünfte erzielt und Steuern, Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge entrichtet werden. Für zwei Personenhaushalte, Ehepaare oder Lebenspartnerschaften, schwerbehinderten und/oder pflegebedürftige Menschen und bei gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Abzugsbeträge, die ein höheres Einkommen ermöglichen. Bitte lassen Sie sich in allen diesen Fällen von der örtlich zuständigen Bewilligungsbehörde der Kreise und kreisfreien Städte beraten.

Mit einigen Städten hat das Ministerium außerdem Zielvereinbarungen über den Einsatz von Fördermitteln für den Wohnungsbau abgeschlossen, mit denen die Kommunen sich zur Umsetzung bestimmter Förderzahlen verpflichten und im Gegenzug Finanzierungssicherheit bei der Umsetzung ihrer wohnungspolitischen Handlungskonzepte erhalten. Besonderer Wert gelegt wird dabei auf mehr öffentlich geförderte, rollstuhlgerechte Wohnungen. Davon sollen insbesondere Familien mit kleinen und mittleren Einkommen profitieren.  Als Globalbudgets wurden fixiert:

  • Köln: 95 Millionen Euro jährlich, bis 2022 insgesamt 380 Millionen Euro.

  • Düsseldorf: 60 Millionen Euro jährlich, bis 2022 insgesamt 240 Millionen Euro

  • Münster: 35 Millionen Euro jährlich, bis 2022 insgesamt 140 Millionen Euro

  • Dortmund: 35 Millionen Euro jährlich, bis 2022 insgesamt 140 Millionen Euro

  • Bielefeld: 35 Millionen Euro jährlich, bis 2022 insgesamt 105 Millionen Euro

  • Rhein-Sieg-Kreis: 32 Millionen Euro jährlich, bis 2022 insgesamt 64 Millionen Euro

Als Ergänzung zu den bestehenden Förderrichtlinien des Wohnraumförderungsprogramms des Landes wird zur Erweiterung des preis- und belegungsgebundenen Wohnungsbestandes in einem zweijährigen Modellversuch 67 Kommunen die Möglichkeit eröffnet, Mietpreis- und Belegungsbindungen zu attraktiveren Konditionen an bestehenden Wohnungen zu erwerben oder auslaufende Bindungen zu verlängern. Hierfür steht ein Fördervolumen von 10 Millionen Euro für das Förderjahr 2022 bereit. Vermieterinnen und Vermieter können für ihren vorhandenen Wohnraum einen Zuschuss von bis zu 3,00 Euro je Quadratmeter Wohnfläche beantragten. Diese Förderung ist angesichts der hohen Bauland- und Baukosten ein weiterer Schritt, um für mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, der den Menschen in Nordrhein-Westfalen direkt und unkompliziert zur Verfügung steht. Anträge für das Förderprogramm können ab sofort bei den jeweils zuständigen Bewilligungsbehörden gestellt werden.

5. September 2022 - Bestimmungen zur Förderung des Erwerbs von Bindungen (BEB NRW 2022, Vorabdruck) (PDF, 547 KB)

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