Denkmalschutz

Vom „Monster von Minden“ über das Meer in Kevelaer bis zum Mammut in Essen: Nordrhein-Westfalen zeigt seine vergessenen Welten mit eigener Landesausstellung

27.02.2026

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung teilt mit:

Giganten, Geheimnisse und vergessene Welten: Unter Schichten aus Zeit und Stein liegen Spuren einer Realität verborgen, die lange vor dem Menschen begann – auch in Nordrhein-Westfalen. Fossilien bewahren Augenblicke aus einer fernen Vergangenheit und eröffnen bis heute neue Fragen. Genau diese prähistorischen Schätze und spektakulären Fossilfunde rückt Nordrhein-Westfalen 2026 mit einer Paläontologischen Landesausstellung unter dem Titel „überLeben“ ins Zentrum, die auf Initiative des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung ins Leben gerufen wurde. Dabei präsentieren das Ruhr Museum in Essen, das LWL-Museum für Naturkunde in Münster sowie das Lippische Landesmuseum Detmold von April 2026 bis September 2027 in drei Ausstellungskapiteln, wie sich das Leben in Nordrhein-Westfalen über Millionen Jahre verändert hat. Die Landesausstellung 2026 wird seitens des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen mit 1,5 Millionen Euro finanziert. Einen Überblick zur Paläontologischen Landesausstellung liefert die Seite www.landesausstellung.nrw 

„Unter unseren Füßen liegt ein spannendes Archiv aus Stein – voller Giganten, voller Geheimnisse und Geschichten. Was hier gezeigt wird, ist unglaublich, wahr und Millionen Jahre alt: Fossilien sind Momentaufnahmen aus Welten, die wir uns kaum vorstellen können. ‚überLeben‘ ist mehr als ein Blick zurück – es ist eine Einladung, selbst zu entdecken. Wer diese Ausstellung besucht, wird zum Fossilien-Detektiv. Finden Sie heraus, wie Wissenschaft vergangene Welten wieder sichtbar macht. Die Landesausstellung ermöglicht eine Reise in die Urzeit für alle, die sich fragen, wie unsere Welt einmal war und was sie uns heute noch erzählt. Drei Museen führen an die Grenzen unseres Wissens – dorthin, wo Wissenschaft beginnt“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung.

Besondere Highlights der Landesausstellung sind in Detmold etwa der 1987 gefundene, für die Geologie der Niederrheinischen Bucht bedeutsame, etwa 6,5 Meter lange „Kervenheimer Wal“. Der Fund in Kevelaer belegt, dass die Region einst vom Meer bedeckt war. In Münster wird das „Monster von Minden“ ausgestellt: Vor 163 Millionen Jahren lebte in Nordrhein-Westfalen Wiehenvenator albati, einer der größten Raubsaurier, die man aus Europa kennt, und dessen Überreste im Wiehengebirge entdeckt wurden – ein echter westfälischer Dinosaurier. In Essen zeigen Mammute als ausgestorbene Gattung der Elefanten, wie anders noch vor wenigen tausend Jahren Nordrhein-Westfalen aussah und wie nah manche Kapitel der Erdgeschichte bis heute sind.

Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums in Essen: 

„Wir freuen uns außerordentlich, mit der Ausstellung ‘überLeben in der Eiszeit‘ Teil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen zu sein. Ausgehend von seiner langen Tradition der paläontologischen Forschung und Vermittlung eröffnet die Ausstellung im Ruhr Museum spektakuläre Einblicke in die Lebenswelt unserer Region während der Eiszeit. Zugleich schlägt sie eine hochaktuelle Brücke in die Gegenwart. Die Ausstellung verbindet neueste Forschungsergebnisse mit den drängenden Fragen unseres Lebens im Klimawandel. Kaum ein Ort könnte dafür symbolträchtiger sein als das UNESCO-Welterbe Zollverein: Wo einst Millionen Tonnen Kohle gefördert wurden, die erheblich zum Ausstoß von Treibhausgasen beitrugen, ist heute ein international anerkannter Ort für Nachhaltigkeit, Kultur und Zukunftsverantwortung entstanden.“

Dr. Georg Lunemann, der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL): 

„Dinosaurier, gewaltige Meeresechsen und der größte Ammonit der Welt – unser Land ist reich an versteinerten Überresten von Tieren und Pflanzen aus vielen erdgeschichtlichen Epochen. Besonders Westfalen ist Dino-Land. Seit Jahrzehnten ist unser LWL-Museum für Naturkunde für die Bergung und Erforschung der bedeutenden Fossilien in unserem Landesteil zuständig. Wir sind sehr froh, dass wir in dieser Landesausstellung Fossilien von Weltrang im Original zeigen können.“

Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin: 

„Nach aufwendiger Sanierung sind die neuen Ausstellungsflächen passend für die Paläontologische Landesausstellung entwickelt worden. Hier ist ein moderner, hochwertiger Museumsbereich entstanden. Dass die Landesausstellung nun in unser Haus kommt – schon vorher eines der besucherstärksten Museen in Nordrhein-Westfalen – macht es zu einem Anziehungspunkt mit überregionaler Strahlkraft.“

Prof. Dr. Jan Ole Kriegs, Direktor des LWL-Museums für Naturkunde in Münster:

„Diese Ausstellung ist ein echtes Superlativ-Erlebnis: vom ältesten bekannten Fluginsekt über einige der frühesten Saurier bis hin zum größten Raubsaurier Mitteleuropas. Unsere aufwendig rekonstruierten urzeitlichen Lebensräume machen Erdgeschichte intensiv erlebbar. Zugleich ist die Schau konsequent inklusiv gestaltet und lädt alle Menschen ein, die Urzeit neu zu entdecken.“

Jörg Düning-Gast, Verbandsvorsteher des Landesverbandes Lippe:

„Lippe liegt in einer nordrhein-westfälischen Region, in deren Untergrund atemberaubende Zeugnisse der Erdgeschichte lagern. In der Zeit, die die Ausstellung vorstellt, bedeckte ein warmer Meeresarm weite Teile Nordrhein-Westfalens. Deshalb finden wir hier eine große, durch Fossilien belegte, Vielfalt an Meeressäugetieren vor. Wir freuen uns sehr, dass in der Ausstellung "überLeben – Walheimat Urmeer" grandiose Funde von Seekühen, Robben, und insbesondere Walen im Lippischen Landesmuseum Detmold gezeigt werden können. Es wird spannend für Groß und Klein!“

Dr. Michael Zelle, Direktor des Lippischen Landesmuseums Detmold:

„Nachdem die Dinosaurier, mit Ausnahme der Vögel, ausgestorben waren, nahm die Vielfalt der Säugetiere sehr rapide zu. In Form der Wale, Seekühe und Robben wurden sogar die Meere von ihnen besiedelt, ein Beleg dafür, dass die Natur anpassungsfähig und in der Lage ist, neue Lösungen für wandelbare Lebensbedingungen zu schaffen.“

Überblick über die Orte und Themen der „Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen“

Essen:

  • Ausstellung: „überLeben in der Eiszeit“
  • Ausstellungszeitraum: April 2026 – 10. Januar 2027
  • Ständige klimatische Schwankungen stellten das Leben und Überleben von Tieren, Pflanzen und auch Menschen im quartären Eiszeitalter vor immer neue Herausforderungen. Die Ausstellung zeigt die beeindruckende Vielfalt an Lebensformen, die sich im Laufe der Jahrtausende in Nordrhein-Westfalen entwickelt hat, und die fortwährenden Anpassungen dieser Organismen an die sich wandelnden Umweltbedingungen. Mit einem modernen, multimedialen und interaktiven Konzept lädt die Ausstellung Besucherinnen und Besucher dazu ein, diese Vielfalt von Landschaft und Leben in der Eiszeit zu entdecken und die komplexen Zusammenhänge zwischen Klima, Lebensräumen, Artenvielfalt und menschlichem Handeln besser zu verstehen.
  • Ausstellungsort: Ruhr Museum, Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen, www.ruhrmuseum.de  

Münster: 

  • Ausstellung: „überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen“
  • Ausstellungszeitraum: 10. Juli 2026 – 5. September 2027
  • In ganz Nordrhein-Westfalen finden sich Spuren ausgestorbener Lebewesen - die ältesten sind rund 485 Millionen Jahre alt. Neben einheimischen Dinosauriern gibt es Nachweise von frühen Säugetieren, dem ältesten Plesiosaurier, den ältesten vollständig erhaltenen Fluginsekten und dem größten Ammoniten der Welt. Exotische Lebensräume wie die devonischen Riffe des rheinischen Schiefergebirges, karbonische Kohlensumpfwälder des Ruhrgebiets oder die Flachmeere des jurassischen Wiehengebirges und des kreidezeitlichen Münsterlandes bieten Einblicke in eine atemberaubende Vielfalt. Verschiedenste multimediale Rekonstruktionen machen dieses vielseitige Leben und dessen Umwelt erfahrbar.
  • Ausstellungsort: LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Straße 285, 48161 Münster, www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de   

Detmold: 

  • Ausstellung: „überLeben – Walheimat Urmeer“
  • Ausstellungszeitraum: 26. September 2026 – 4. April 2027
  • Nachdem die Herrschaft der Dinosaurier vorüber war, wurden die Säugetiere zur global dominanten Tiergruppe. Mit der Entwicklung der Wale, Seekühe und Robben haben sie sogar die Weltmeere erobert. Sie alle lebten einst auch in jenem warmen Flachmeer, welches das urzeitliche Nordrhein-Westfalen bedeckte. Während einige dieser Tiere für uns vertraut ausgesehen hätten, gibt es unter den Funden auch Arten, die aus heutiger Perspektive ganz und gar bizarr wirken. Originale Fossilien und Lebensdarstellungen lassen diese Vielfalt der damaligen Meeressäugetiere wieder auferstehen.
  • Ausstellungsort: Lippisches Landesmuseum Detmold, Ameide 4, 32756 Detmold, www.lippisches-landesmuseum.de
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