Bau, Digitalisierung

Meilenstein mit bundesweiter Beachtung erreicht: Nordrhein-Westfalen macht Bauordnung digital nutzbar

27.04.2026

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung teilt mit:

Nordrhein-Westfalen treibt die Digitalisierung im Bauwesen konsequent voran: Eine umfassende Machbarkeitsstudie belegt, dass BIM-basierte Bauantragsverfahren (Building Information Modeling) in der Praxis funktionieren und Genehmigungsprozesse spürbar beschleunigen, vereinfachen und qualitativ verbessern können. Die Studie kommt zu dem zentralen Ergebnis, dass eine BIM-gestützte Bauantragsprüfung in Nordrhein-Westfalen fachlich tragfähig ist, wenn Modellierungsrichtlinie, Vorprüfung und Prüfregeln als zusammenhängendes System betrieben werden.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung: „Nordrhein-Westfalen geht bei der Digitalisierung der Verwaltung weiter voran: Die Bauordnung wird zunehmend so aufbereitet, dass sie auch von Computern verstanden und verarbeitet werden kann. Das ist ein entscheidender Schritt, um Verfahren in der Zukunft automatisieren zu können. Denn klar ist: Nur wenn gesetzliche Vorgaben in digitale Strukturen – vereinfacht gesagt in ‚0 und 1‘ – übersetzt werden, können Prozesse automatisiert und effizient unterstützt werden. Nach zwei-jähriger Projektlaufzeit unter der Leitung von Professor Dr. Markus König von der Ruhr-Universität ist klar: Nordrhein-Westfalen kann mit einem BIM-gestützten Bauantragsverfahren einen konkreten und realistischen Schritt zur Verwaltungsmodernisierung gehen. Es handelt sich nicht um ein fernes Zukunftsthema, sondern um einen praktikablen Ansatz, um vorhandene digitale Informationen besser zu nutzen und behördliche Verfahren schrittweise weiterzuentwickeln.“

Professor Dr. Markus König, Ruhr-Universität Bochum, stellte das Ergebnis der Studie, die landesseitig mit rund 400.000 Euro gefördert wurde, im Ausschuss für Bauen, Wohnen und Digitalisierung am 23. April 2026 vor und führte dazu aus: „Im Bundesvergleich nimmt Nordrhein-Westfalen hierbei eine federführende Rolle ein. Bereits Ende Februar 2021 wurde mit der ersten BIM-basierten Baugenehmigung in Deutschland durch die Stadt Dortmund ein bundesweit beachteter Meilenstein erreicht. Auch die von der Stadt Bochum entwickelte Modellierungsrichtlinie zur Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen war die erste öffentlich verfügbare Richtlinie dieser Art in Deutschland. Hinzu kommt die groß angelegte Evaluierung in neun Bauvorhaben in acht Städten und einem Kreis, die in dieser Form bundesweit bislang einmalig ist. Insgesamt wird damit deutlich, dass Nordrhein-Westfalen im Bereich des BIM-basierten Bauantrags eine Vorreiterrolle einnimmt.“

Insgesamt wurden neun Bauvorhaben in acht Kommunen unter realen Bedingungen untersucht. Beteiligt waren die Städte Bochum, Dortmund, Herne, Essen, Düsseldorf, Köln, Münster sowie der Kreis Herford. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch die Ruhr-Universität Bochum.

„Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass eine BIM-basierte Bauantragsprüfung in Nordrhein-Westfalen möglich ist und sich der Ansatz im Praxistest bewährt hat. Maßgeblich für diesen Erfolg war das große Engagement der beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kommunen sowie der planenden Beteiligten, die ihre fachliche Expertise und ihre praktischen Erfahrungen in das Projekt eingebracht haben“, so Ministerin Scharrenbach und Professor Dr. Markus König.

Die Studie belegt, dass digitale Gebäudemodelle es ermöglichen, Bauanträge nicht mehr nur als statische Dokumente, sondern als strukturierte Datensätze einzureichen. Dadurch können Prüfprozesse teilweise automatisiert, doppelte Arbeitsschritte vermieden und Genehmigungsverfahren insgesamt beschleunigt werden. Gleichzeitig verbessert sich die Qualität der Prüfung, da Daten konsistent und nachvollziehbar bereitgestellt werden. 

Hintergrund

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