Digitalisierung

KI für schnellere Verwaltung: Nordrhein-Westfalen weitet den Einsatz von NRW.Genius aus

02.03.2026

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung und das Ministerium der Finanzen teilen mit: 

Nordrhein-Westfalen baut den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung weiter aus. Mit einer neuen Vereinbarung erweitern das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung und das Ministerium der Finanzen den Einsatz der KI-Verwaltungsassistenz „NRW.Genius“ und stärken die Zusammenarbeit zwischen den beiden großen Landesrechenzentren. „NRW.Genius“ unterstützt Beschäftigte bei Verwaltungsaufgaben und soll Verfahren beschleunigen sowie Arbeitsprozesse effizienter gestalten. Künftig wird die vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung gemeinsam mit dem Landesbetrieb IT.NRW entwickelte KI-Anwendung auch im Rechenzentrum der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalenbetrieben und erschließt perspektivisch neue Nutzungsmöglichkeiten auch für sensiblere Datenbereiche der Finanzverwaltung. Grundlage der Zusammenarbeit war ein Letter of Intent vom 18. Dezember 2025 der beiden beteiligten Ministerien. Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung zwischen den Rechenzentren wird die Kooperation nun konkret umgesetzt. 

Daniel Sieveke, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung und CIO des Landes Nordrhein-Westfalen: „‚NRW.Genius‘ ist das zentrale KI-Projekt und steht für einen neuen Aufbruch in der digitalen Verwaltung Nordrhein-Westfalens. Wir bringen Künstliche Intelligenz sicher, nachhaltig und flächendeckend in die Verwaltung und setzen dabei bewusst auf Nachnutzung und gemeinsame Standards. Das stärkt die digitale Souveränität unseres Landes, erhöht Effizienz sowie Qualität und sorgt für einen verantwortungsvollen Einsatz öffentlicher Mittel. Wir wollen gemeinsam entwickeln statt nebeneinander programmieren. Mit ‚NRW.Genius‘ gilt: Nordrhein-Westfalen denkt Verwaltung neu – digital, eigenständig und zukunftsorientiert. Die Zukunft der Verwaltung entsteht bei uns nicht irgendwann – sie entsteht jetzt.“

Dr. Dirk Günnewig, Staatssekretär im Ministerium der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen: „Mit der Vereinbarung holen wir ‚NRW.Genius‘ in eine der datenintensivsten und rechtlich anspruchsvollsten Verwaltungen des Landes. Der eigenständige Betrieb durch das Rechenzentrum der Finanzverwaltung schafft die notwendige technische und organisatorische Grundlage, um generative Künstliche Intelligenz auch unter den strengen Vorgaben des Steuergeheimnisses sicher und rechtskonform zu nutzen. So verbinden wir höchste Standards bei Datenschutz und IT-Sicherheit mit einer spürbaren Entlastung unserer Beschäftigten. Effizientere Abläufe schaffen mehr Raum für fachlich anspruchsvolle Aufgaben und verbessern damit den Service für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen. Die beiden Rechenzentren nutzen die enge Zusammenarbeit zum gemeinsamen Know-How-Aufbau für den Betrieb komplexer KI-Systeme. Davon profitieren die KI-Expertinnen und -Experten in beiden Häusern. Damit leisten wir einen weiteren konkreten Beitrag zur digitalen und zukunftsfesten Finanzverwaltung für Nordrhein-Westfalen.“

„NRW.Genius“ bildet den zentralen Rahmen zur Einführung und Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen. Bereits heute steht die Verwaltungsassistenz im Rahmen einer erweiterten Teststellung rund 10.000 Beschäftigten in 46 Behörden zur Verfügung. Seit Beginn war die Finanzverwaltung an der Testung von ‚NRW.Genius‘ aktiv beteiligt und hat durch ihr Feedback zur Weiterentwicklung beige-tragen. Zudem wurde kürzlich eine erste Pilotierung im kommunalen Bereich gestartet. Damit wird der Einsatz systematisch über verschiedene Verwaltungsebenen hinweg erprobt und weiterentwickelt.

Mit der neuen Vereinbarung wird dieser Ansatz konsequent fortgeführt: Die bestehende landesweite Lösung wird perspektivisch für spezifische Anwendungsbereiche in der Finanzverwaltung nutzbar gemacht. Mit dieser Ausweitung reagiert das Land auch auf besondere Anforderungen beim Umgang mit sensiblen Daten. Aufgrund der besonderen Anforderungen des Steuergeheimnisses war ein Einsatz in steuerlichen Bereichen bislang nicht möglich. Durch den eigenständigen Betrieb durch das Rechenzentrum der Finanzverwaltung werden nun die Voraussetzungen für eine sichere, rechts- und datenschutzkonforme Nutzung geschaffen. Durch den modularen Aufbau von „NRW.Genius“ erhält die Finanzverwaltung zudem die Möglichkeit, Teilfunktionen in hochspezialisierte Fachprodukte der Finanzverwaltung zu integrieren.

Die Ausweitung auf die Finanzverwaltung ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer kooperativen, leistungsfähigen und bürgernahen Verwaltung. Gemeinsame Plattformen und abgestimmte Standards schaffen verlässliche Rahmenbedingungen für den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz – zum Nutzen der Beschäftigten ebenso wie der Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen.

Hintergrund

  • „NRW.Genius“ nutzt moderne generative KI-Technologien, darunter Sprachmodelle wie GPT-4o, um textbasierte Arbeitsschritte effizienter zu gestalten. Durch die künftige Einbindung des Sprachmodells „GovTeuken“ wird „NRW.Genius“ Mitarbeitende in Verwaltungen noch besser unterstützen können, etwa bei der Zusammenfassung von Dokumenten und Texten. Bestehende, allgemein verfügbare Sprachmodelle berücksichtigen nicht ausreichend die speziellen Anforderungen an die Verwaltungssprache und –prozesse. Diese Lücke, die generell und völlig unabhängig von „NRW.Genius“ besteht, soll mit „GovTeuken“ geschlossen werden. 
     
  • „NRW.Genius“ wird kontinuierlich um neue Funktionen erweitert. Künftig können Behörden eigene Datensammlungen anlegen, um den Assistenten mit fachspezifischem Wissen zu versorgen. Gleichzeitig wird die technische KI-Plattform weiterentwickelt, sodass Künstliche Intelligenz künftig als Dienstleistung für Fachanwendungen nutzbar wird.
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Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen
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