Der Förder-Boom für bezahlbare Mieten und Eigentum geht weiter – Rund 2,4 Milliarden Euro für 13.356 Wohnungen bewilligt
Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung teilt mit:
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, und Claudia Hillenherms, Vorstandsmitglied der landeseigenen Förderbank, der NRW.BANK, haben am Montag, 2. Februar 2026, die Ergebnisse der öffentlichen Wohnraumförderung im Land Nordrhein-Westfalen für 2025 vorgestellt.
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung: „Der Wohnungsbau steht bundes- und landesweit unter erheblichem Druck. Steigende Baukosten, hohe Zinsen und wirtschaftliche Unsicherheiten führen vielerorts zu Investitionszurückhaltung. Nordrhein-Westfalen setzt dem bewusst eine aktive, gestaltende Wohnungsbaupolitik entgegen: Mit der öffentlichen Wohnraumförderung 2025 konnten wir ein historisches Rekordergebnis erzielen – ein echter Förder-Boom. Mit rund 2,4 Milliarden Euro Fördervolumen für 13.356 Wohnungen investiert Nordrhein-Westfalen so viel wie nie zuvor in die Schaffung und Sicherung von Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen. Gerade in einer Phase, in der private Investitionen stagnieren, erweist sich Nordrhein-Westfalen unverändert als Stabilitätsanker für den Wohnungsmarkt – planungssicher, sozial ausgerichtet und langfristig angelegt. Das herausragende Ergebnis unterstreicht: Nordrhein-Westfalen ist ‚place to bau‘.“
Claudia Hillenherms, Vorstandsmitglied der landeseigenen Förderbank, der NRW.BANK: „Gemeinsam mit dem NRW-Bauministerium schaffen wir bezahlbaren und modernen Wohnraum in Nordrhein-Westfalen. Attraktive Konditionen machen geförderte Wohnprojekte auch unter schwierigen Marktbedingungen wirtschaftlich tragfähig. Ergänzend dazu stoßen unsere eigenen Wohneigentumsprogramme auf eine hohe Nachfrage und ermöglichen den breiten Zugang zu Wohneigentum auch in herausfordernden Zeiten.“
Mieterinnen und Mieter profitieren am meisten: Anstieg von 20 Prozent im Mietwohnungsneubau
Im Jahr 2025 konnte insbesondere die Neuschaffung von Mietwohnraum deutlich erweitert werden: Mit rund 1,8 Milliarden Euro wurden insgesamt 8.037 Wohneinheiten (2024: 6.726 Wohneinheiten) gefördert. Das ist im Vergleich zu 2024 ein deutlicher Anstieg von 20 Prozent. Und: Das ist der beste Wert seit 20 Jahren.
Das Ergebnis 2025 belegt, dass die öffentliche Wohnraumförderung in Nordrhein-Westfalen die richtigen Anreize für den Bau neuer Mietwohnungen setzt. Wohnungsbau mithilfe der öffentlichen Wohnraumförderung bleibt für Investorinnen und Investoren attraktiv, trotz wirtschaftlicher Verunsicherungen wie etwa der Zinsentwicklungen.
„Wir fördern, was Wohnungen schafft – dieses Motto treibt uns voran und davon profitieren vor allem Mieterinnen und Mieter. Das starke Ergebnis im Bereich der Neuschaffung von Mietwohnungen schafft bezahlbare Mieten über viele Jahre hinweg. Das schont den Geldbeutel und sichert die Daseinsvorsorge für Haushalte mit kleinerem Einkommen“, sagt Ministerin Scharrenbach.
Mehr neuer Wohnraum für Auszubildende und Studierende: Nordrhein-Westfalen bleibt (Aus-)Bildungsland auch beim Wohnen
Bei der Förderung von Wohnraum für Auszubildende und Studierende wurden in 2025 rund 146 Millionen Euro für 1.374 Wohnplätze bewilligt. Bei der Neuschaffung ist mit 1.110 Wohnplätzen ein deutlicher Anstieg der Förderung um rund 133 Prozent gegenüber 2024 zu verzeichnen. Die Anzahl von geförderten Modernisierungen von Wohnplätzen verringerte sich auf 264 (2024: 675 Wohnplätzen).
„Nordrhein-Westfalen bleibt Azubi- und Studi-Förderer, wenn es darum geht, neuen Wohnraum für Auszubildende und Studierende zu schaffen. Junge Menschen, die sich für eine Ausbildung oder ein Studium in Nordrhein-Westfalen entscheiden, sollen sich voll und ganz auf das Lernen konzentrieren können. Daher fördert das Land Nordrhein-Westfalen Wohnplätze, für die – je nach Mietniveau – zwischen 210 Euro und 230 Euro pro Monat zu zahlen ist. Damit bleibt Wohnen für Auszubildende und Studierende auch in Zukunft bezahlbar“, so Ministerin Scharrenbach.
Investitionen in den Wohnungsbestand weiterhin hoch: Modernisierungsoffensive bleibt im Jahr 2025 weiter auf Kurs
Auch im Jahr 2025 konnte die Förderung im Baustein Modernisierung erfolgreich fortgesetzt werden. Mit bewilligten Fördermitteln in Höhe von rund 300 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren 2.218 Mietwohnungen und Wohnplätze ertüchtigt oder modernisiert. Im Vergleich zu 2024 ist in diesem Baustein eine leichte Verringerung der geförderten Wohneinheiten von Minus 7,5 Prozent zu verzeichnen. Wichtig dabei: Der Anteil an geförderten Mietwohnungen in der Modernisierung ist gestiegen (plus 10 Prozent oder zusätzliche 178 Wohneinheiten; insgesamt: 1902). Hervorzuheben ist zudem, dass in 2025 erstmalig auch die Modernisierung von 52 Wohnplätzen für Menschen mit Behinderungen gefördert wurde.
„Die Modernisierungsförderung des Landes Nordrhein-Westfalen erreicht gleich mehrere Ziele: Moderner Wohnraum und Klimaschutz unter einem Dach: Die Modernisierungsoffensive macht es möglich. Neben der Steigerung der Wohnqualität von Wohngebäuden, beispielsweise durch eine Verbesserung der Barrierefreiheit, tragen die Modernisierungsmaßnahmen insbesondere auch zur Einsparung von CO2 bei - und das alles unter Sicherung der Bezahlbarkeit der Mieten“, sagt Ministerin Scharrenbach.
222 Millionen Euro für „Zuhause-Bauer“ bewilligt: Eigentumsförderung als starke Unterstützung für alle, die vom Eigenheim träumen
Im Bereich des selbstgenutzten Wohneigentums konnten in 2025 die bereitstehenden Mittel voll ausgeschöpft werden. Mit rund 222 Millionen Euro wurden 1.369 Wohneinheiten (inklusive Modernisierung) gefördert. Bedingt durch eine höhere Verausgabung der Mittel bei der Neuschaffung von Mietwohnungen ist im Vergleich zum Jahr 2024 der reine Anteil der Eigentumsförderung am Gesamtförderergebnis um 9 Prozent etwas zurückgegangen. Mit rund 64 Prozent fließt der Großteil der Fördermittel im Förderbaustein Eigentum in den Bestandserwerb.
„Die Eigentumsförderung bleibt ein zentraler Baustein für ‚Zuhause-Bauer‘ und ‚Eigenheim-Träumer‘. Mit der vollständigen Verausgabung der Fördermittel wird für zahlreiche Familien in Nordrhein-Westfalen der Traum vom Eigenheim zur Wirklichkeit. Der Bestandserwerb und das dahinterstehende Prinzip ‚Jung kauft alt‘ trägt dazu bei, dass bestehender Wohnraum optimal genutzt und Leerstände vermieden werden. Auch das ist ein aktiver Beitrag der öffentlichen Wohnraumförderung zum Klimaschutz“, sagt Ministerin Scharrenbach.
Bezahlbarkeit langfristig gesichert: Bindungserwerb und Bindungsverlängerungen sorgen für günstige Mieten auch im Bestand
Die Förderung von Bindungsverlängerungen und dem Bindungserwerb konnte auch im Jahr 2025 erweitert werden. Durch Bindungsverlängerungen wurden 1.407 Wohneinheiten in der Bindung gehalten. Zusätzlich konnten im Wege des Bindungserwerbs 325 bestehende Wohnungen in die Bindung aufgenommen werden. Durch die Förderung ist die Bezahlbarkeit dieser Wohnungen langfristig gesichert.
„Mit der Förderung von Bindungsverlängerungen und dem Bindungserwerb verfolgen wir das Ziel, die Bezahlbarkeit von Wohnraum in Nordrhein-Westfalen zu sichern. Die Förderung hat sich als wichtiger Baustein etabliert und ermöglicht auch bei bestehendem Wohnraum die Mieten auf einem bezahlbaren Niveau zu halten“, sagt Ministerin Scharrenbach.
Auch bei Zinskonditionen setzt Nordrhein-Westfalen auf Stabilität
Die Zinskonditionen sollen für 2026 unverändert beibehalten werden, aber zur Mitte des Jahres aufgrund der dann vorliegenden Zinssituation auf Passgenauigkeit überprüft werden. Zugleich wird die landeseigene Förderbank ab 2027 wieder Verwaltungskostenbeiträge erheben. Damit schafft die Landesregierung Nordrhein-Westfalen frühzeitig Klarheit über wesentliche Eckpunkte für die öffentliche Wohnraumförderung.
Preisgebundener Wohnungsbestand
Der Bestand an preisgebundenem Wohnraum lag 2024 bei rund 464.000 Wohneinheiten. Gegenüber 2023 ist der Bestand um rund 10.900 Einheiten zurückgegangen (relativ: Minus 2,3 Prozent). Insgesamt hat sich der Rückgang des preisgebundenen Mietwohnungsbestands in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren deutlich abgeschwächt. Während der Bestand zwischen 2005 und 2015 in jedem Jahr durchschnittlich um rund 3,8 Prozent abnahm, flachte sich der Rückgang danach ab und lag 2024 bei 2,1 Prozent.
„Bundesweit laufen weiterhin Bindungen aus. Es handelt sich dabei nicht um einen nordrhein-westfälischen Sonderfall. Entscheidend ist, dass aktive Landespolitik diesen Entwicklungen entgegentritt. Nordrhein-Westfalen begegnet dieser Entwicklung mit einem konsequenten Mix aus Neubau, Modernisierung sowie dem Erwerb und der Verlängerung von Belegungs- und Mietpreisbindungen. Entscheidend ist: Mit der nordrhein-westfälischen Wohnraumförderung bremsen wir den Trend aktiv – 94 Kommunen konnten 2024 gegenüber 2023 ihre Bestände aufbauen, in 34 weiteren Kommunen stabilisierte sich der Bestand. Es zeigt sich: Der Bauüberhang sinkt und die Baugenehmigungen steigen wieder. Die öffentliche Wohnraumförderung wirkt strukturell und nachhaltig“, so Ministerin Scharrenbach weiter.
Hintergrund
Mietpreisgebundener Mietwohnungsbau in Nordrhein-Westfalen
2024 lag die Anzahl öffentlich-geförderter Wohnungen im gesamten Wohnungsmarkt der Bundesrepublik Deutschland bei rund 1,05 Millionen Wohnungen. In Nordrhein-Westfalen belief sich der Bestand am 31. Dezember 2024 auf 414.229 preisgebundene Mietwohnungen. Damit liegen rund 40 Prozent aller bundesweit preisgebundenen Mietwohnungen in Nordrhein-Westfalen.
Insgesamt hat sich der Rückgang des preisgebundenen Mietwohnungsbestands in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren deutlich abgeschwächt. Während der Bestand zwischen 2005 und 2015 in jedem Jahr durchschnittlich um rund 3,8 Prozent abnahm, flachte sich der Rückgang danach ab und lag 2024 bei 2,1 Prozent. In einzelnen Städten mit hohen Bedarfen konnte der Rückgang sogar umgekehrt werden. So sind in den Städten Bielefeld und Oberhausen die Bestände preisgebundener Mietwohnungen im Jahr 2024 leicht angewachsen.
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