Digitalisierung

APIs statt Amtsgrenzen: Bremen und Nordrhein-Westfalen treiben die digitale Verwaltung gemeinsam voran

11.05.2026

Gemeinsame Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der föderalen API-Strategie und zum Aufbau einer zentralen API-Plattform

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung teilt mit:

Die Freie Hansestadt Bremen und das Land Nordrhein-Westfalen wollen die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung gemeinsam auf ein neues Fundament stellen. Am Montag, 11. Mai 2026, haben Dr. Martin Hagen, der für Digitalisierung zuständige Staatsrat beim Senator für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen, und Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die föderale API-Strategie weiterzuentwickeln und den Aufbau einer zentralen API-Plattform voranzutreiben. Ziel ist es, Verwaltungsleistungen effizienter und nutzerfreundlicher zu machen, indem API-Standards vereinheitlicht, Datenaustauschprozesse professionalisiert und digitale Dienste beschleunigt werden.

Application Programming Interfaces, kurz APIs, sind digitale Schnittstellen, über die IT-Systeme standardisiert, sicher und nachvollziehbar miteinander kommunizieren können. Sie sind eine zentrale Voraussetzung dafür, Daten zwischen Fachverfahren, Registern, Plattformen und weiteren Anwendungen medienbruchfrei auszutauschen. Damit bilden sie eine wesentliche technische Grundlage für eine moderne, leistungsfähige und bürgernahe Verwaltung. 

„API-First bedeutet konkret: Einmal angebunden, überall verbunden. Wenn im politischen Raum über die ‚Digitalisierung der Verwaltung‘ gesprochen wird, fallen sehr häufig die Begriffe ‚Software‘, ‚Fachverfahren‘, ‚IT-Projekte‘ und ‚technische Hürden‘. Es ist durchaus relevant, die Probleme in der Umsetzung zu benennen, aber relevanter ist es, dafür Lösungen anzubieten. Aus staatlicher Sicht geht es bei einem API-First-Ansatz um klare Rollenverteilungen: Der Staat definiert, wann ein Antrag als gestellt gilt, welche Daten erforderlich sind und wie der Zugang rechtlich abgesichert ist. API-First dreht damit das heute vorherrschende Modell, dass Digitalisierung vom Produktfahrplan abhängt, um. Standardisierte behördliche Kanäle schaffen Wiederverwendbarkeit, geringere Integrationskosten und einen fairen Wettbewerb über Qualität statt über einen Vendor-lock-in. Dies ist auch im Interesse eines gesunden und vielfältigen Wirtschaftsmarkts“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung.

Dr. Martin Hagen, Staatsrat beim Senator für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen: „Unser Ziel ist es, bessere Dienstleistungen für BürgerInnen und Unternehmen zu entwickeln, und das auch deutlich schneller als bisher. Dazu verringern wir technische Hürden, durch die Definition von Schnittstellen und den Betrieb einer technischen Plattform, über die diese dann einfach genutzt werden können. Bremen und Nordrhein-Westfalen sind seit Jahren starke Partner der Verwaltungsdigitalisierung, die arbeitsteilig vorangehen. Die konzeptionelle Ausgestaltung der Governance für ein offenes API-Ökosystem der Verwaltung, insbesondere im Hinblick auf die Beteiligung der Wirtschaft sowie auf Rollen- und Rechtemuster wird Bremen verantworten. Nordrhein-Westfalen übernimmt die technische Konkretisierung und Umsetzung dieser Vorgaben in interoperable, praxisfähige Lösungen.“

Mit der Absichtserklärung bringen Bremen und Nordrhein-Westfalen ihre jeweiligen Stärken in eine gemeinsame Entwicklung ein: Bremen als Schwerpunktthemen-Pate „Digitale Anwendungen“ im IT-Planungsrat mit dem Fokus auf API-First, Nordrhein-Westfalen mit dem Ziel, den Aufbau und Betrieb einer zentralen API-Plattform voranzutreiben und dabei die kommunale Ebene von Anfang an eng einzubinden. Denn gerade Städte, Gemeinden und Kreise sind das Rückgrat staatlicher Leistungserbringung: Mehr als 90 Prozent der direkten Kontakte zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Verwaltung finden dort statt. Bremen hat das Prinzip API-First – die konsequente Ausrichtung von Verwaltungssoftware auf offene, standardisierte Schnittstellen – bereits bei der Entwicklung frühzeitig im föderalen Rahmen verankert und in die Digitalstrategie des IT-Planungsrats eingebracht. Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt mit dem Aufbau der zentralen API-Plattform eine koordinierende und standardsetzende Funktion für den föderalen Verbund.

Die gemeinsame Strategie setzt auf einheitliche Standards, klare Governance-Regeln und eine bessere technische Anschlussfähigkeit über föderale Ebenen hinweg. Vorgesehen sind unter anderem die Weiterentwicklung einer föderalen API-Strategie, der schrittweise Aufbau einer zentralen API-Plattform, die Definition gemeinsamer Standards sowie die strukturierte Einbindung der kommunalen Ebene über Pilotprojekte, Gremien, Workshops und technische Evaluierungen. Auch kommunale IT-Dienstleister, Fachverfahrenshersteller und weitere Partner sollen systematisch einbezogen werden. 

Eine zentrale API-Plattform soll künftig dazu beitragen, Schnittstellen besser auffindbar und dokumentiert bereitzustellen, Entwicklungs- und Testumgebungen zu vereinheitlichen, Sicherheitsmechanismen zentral zu steuern und Doppelentwicklungen zu vermeiden. So sollen digitale Dienste nach dem Prinzip „Einmal entwickeln, überall nutzen“ schneller skaliert und breiter nutzbar gemacht werden. 

Die Absichtserklärung dokumentiert den klaren politischen Willen beider Länder, die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung gemeinsam voranzutreiben, technische Standards zu harmonisieren und die Voraussetzungen für eine moderne, interoperable und bürgerorientierte Verwaltung weiter zu verbessern.

Referat Presse und Soziale Medien

Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen
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